Makrophyten – grüne Welt unter Wasser

Weltweit ist in den letzten Jahrzehnten ein großer Biodiversitätsverlust bei Wasserpflanzen (Makrophyten) festzustellen. In Deutschland liegt der Anteil der Seen mit einem gutem oder sehr gutem ökologischen Zustand bei insgesammt 26,4%. 34% der Seen sind in einem mäßigen, 26% in einem unbefriedigendem und 10,5% in einem schlechten ökologischen Zustand. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Meist ist wird Verschlechterung durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren bewirkt. Besonders der Eintrag zusätzlicher Nährstoffe belastet die Gewässerqualität. Angrenzende landwirtschaftliche Flächen, atmosphärische Einträge, fischereiliche oder Freizeitnutzung, dies alles können Ursachen für eine erhöhte Nährstoffzufuhr sein. Diese Nährstoffzufuhr begünstigt den Wuchs kleiner Algen und damit die Trübung des Wassers. Das führt letztlich zum Absterben der typischen Makrophyten, die das Sonnenlicht zum Wachstum benötigen. Daher werden sie auch als Bioindikatoren für den Zustand von Gewässern verwendet.

Für eine Einschätzung des Erhaltungszustandes der Standgewässer-Lebensraumtypen nach der EU Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sind verschieden Parameter wichtig. Hierzu gehören u.a. das Vorhandensein und die Vollständigkeit lebensraumtypischer Habitatstrukturen, das gesamte Arteninventar, die untere Makrophytengrenze, der Deckungsgrade und die Tiefenverbreitung der Makrophytenarten sowie erkennbare Beeinträchtigungen und Störungen.

Das aquatil-Team beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Makrophyten in unseren heimischen Seen und führt in diesem Rahmen wissenschaftliche Forschungsarbeiten und Monitorings durch.